Grüner Zeitgeist, ich kotze!

Dass ich kein Grüner bin sollte mittlerweile bekant sein. Dass mir dieses Weltverbesser-Getue gehörig auf den Senkel geht ist auch kein Geheimnis. Natürlich gab es immer Menschen die in dem Glauben gelebt haben, dass sie besser und edelmütiger wären als andere ist auch nichts Neues. Dass von dieser Bevölkerungsgruppe aber plötzlich Fakten geschaffen werden ohne, dass eine rechtliche Grundlage dafür besteht ist nicht hinnehmbar. Die nächste Hiobsbotschaft war dieser Tage zu lesen: VW nimmt die Currywurst vom Speiseplan der Werkskantine weil der Konzern auf fleischlos umstellen möchte. Was passiert da gerade? Läuft irgendwo eine vesteckte Kamera?

 

Erstens: VW stellt Dieselmotoren her, keine Fleischwürste.

Ich verstehe durchaus, dass der Konzern nach dem Dieselskandal einen Imagewechsel nötig hatte um nicht als betrügerischer Weltverpester dazustehen. Somit erklärt sich natürlich der Umstieg auf die Elektromobilität. Davon kann man halten was man will, aber es ist unausweichlich, dass die fossilen Brennstoffe, selbst mit der ausgefuchstesten Imagekampagne, nicht mehr als zukunftssicher vermarktet werden können. Dabei ist der Diesel wesentlich besser als sein Ruf. Nichts desto trotz ist die Mobilitätswende nicht mehr aufzuhalten, was sich nun auch bis in die Chefetage bei den Wolfsburgern rumgesprochen hat. Dass die Elektromobilität auch mit immensen Hürden und Problemen zu kämpfen hat stört dabei offenbar niemanden, solange die Grünen und ihre Anhängerschaft nach den Stromern verlangen und somit der Ruf nach einer sauberen Umwelt in der öffentlichen Wahrnehmung von den Autokonzernen gehört wurde. Ich bin mir relativ sicher, dass man in Kreisen der Entscheider genau weiss, dass es, so utopisch wie sich das die Grünen und Umweltverbände ausdenken, nicht umzusetzen ist. Aber Papier ist bekanntlich geduldig und da die Führungsriegen immer nur kurz an der Macht sind, zählt in dem Falle das Jetzt viel mehr als die Zukunft. Ob in 10 Jahren auf skandalöse Weise festgestellt werden muss, dass sich keiner der grünen Pläne so umsetzen ließ interessiert aktuell niemanden solange jetzt das Image grün schimmert und den populären Interessenverbänden medienwirksam entsprochen wird. Das zeigt mir relativ deutlich, dass verantwortungsvolles Wirtschaften heutzutage nicht mehr so wichtig ist wie ein gutes Image. So empfinde ich es aktuell auch sehr deutlich, dass in den PR-Abteilungen fieberhafter gewerkelt wird als in den technischen Entwicklungsbüros der Automobilkonzerne.

Warum man aber im diesem Zuge den Grünen noch mehr Honig ums Maul schmieren muss in dem die Kantine fleischlos wird bekomme ich in meinem Kopf nicht verschaltet. Immerhin arbeiten in diesen Betrieben Tausende die einen harten Job verrichten müssen. Warum wird diesen Menschen nun auch noch die Currywurst gestrichen? Welcher rechtliche Mechanismus greift hier und welcher gesetzlichen Regelung wurde hiermit entsprochen? Keiner!

 

So sehr sich die Grünen als plural und weltoffen verstehen, das sind sie nicht. Es ist einfach so, dass heutzutage durch den Klimawandel die Welt in gute und schlechte Menschen unterteilt wird. Nun möge man sich fragen, welcher Mensch dazu befähigt oder berechtigt wäre diese Einordnung zu treffen. Theoretisch müsste dies ein Mensch sein, der allen anderen überlegen ist und dessen Perfektion solch eine Strahkraft hat, dass sie das dunkle Wesen aller anderer Menschen übertrifft. Welche Referenzen müsste dieser Übermensch aber mitbringen um diese Krone aufgesetzt zu bekommen?

Da solch ein Wahlvorgang aber erst gar nicht stattfindet machen sich manche unserer Zeitgonssen einfach selbst zu dieser Ikone. Allen voran schickt sich eine Luisa Neubauer an in ihrer jugendlichen Rotznäsigkeit an genau diesen Posten zu kommen. Da ihr selbst eine Greta Thunberg zu jung dafür erscheint, liegt sie mit dieser seit ein paar Jahren im Clinch und versucht mit aller Gewalt an ihr vorbeizuziehen. Ich habe bereits Interviews mit Luisa Neubauer gesehen und selbst ich muss ihr eine ungaubliche Ausstrahlung und Selbstsicherheit attestieren. Sie ist bildhübsch, ausgesprochen souverän und redegewandt. Das gibt ihr bei Interveiws ein Selbstbewusstsein das fast schon an Arroganz grenzt. Was sie dabei völlig ausblendet ist die Tatsache, dass sie nullkommanull Lebenserfahrung hat. Im Prinzip ist es genau diese Unbedarftheit die sie so selbstherrlich macht, wel ihr die Fähigkeit zur Selbstreflektion völlig fehlt. Alles was sie weiss ist angelernt und angelesen, ist also nicht ihre eigene Erfahrung sondern die Erfahrung anderer, die sie mit voller Inbrunst nachplappert – allerdings sehr medienwirksam und sehr überzeugend. Doch man sollte sich von diesem Engelsgesicht nicht täuschen lassen. Ihre Argumentation hat – bei aller Gutmenschenart – eine unglaubliche emotionale Kälte inne, bei der ich mich zu fragen beginne, wie weit sie gehen würde um ihre Ziele durchzusetzen. Macht sie das wirklich zu einem völlig anderen Menschen als beispielsweise einen Franz-Josef Strauß? Ihm hat man eine wirtschaftliche Skrupellosigkeit vorgeworfen. Ich denke, dass Luisa Neubauer genau diese Qualität in Sachen Klima besitzt. In der Wahrnhehmung ihrer Follower ist sie sicher eine Heilige im edeln Kampf um die Zukunft der Menschheit, denn die glauben wirklich ihr ginge es darum die Welt zu retten. Ich prognostiziere, dass Luisa es sehr sehr weit bringen wird und wir sie in 15-20 Jahren an einer Position wiedersehen werden die immensen Einfluss haben wird. Die Frage ist nur, was für eine Position das sein wird und ob sie dann von ihrem heutigen Geschwätz noch etwas wissen will und dieses als pubertär und "so war ich halt damals" runterspielen wird.

 

Das aktuelle Weltbild von FFF und somit auch von Luisa Neubauer baut darauf auf, dass der "alte weisse Mann" das Feindbild ist. Ihn gilt es zu bekämpfen. Er verpestet die Welt. Aber so vehement dieses Bild auch ist, so verblendet und naiv ist es auch. Ignoriert es nämlich erstens, dass diese Generation irgendwann auch einmal alt und grau sein wird. Dann stellt sich die Frage ob sie dann auch automatisch zum Feind erklärt werden will nur weil sie alt ist – obwohl sie ja jetzt in dem Glauben leben alles richtig zu machen. Vermutlich glauben die folgenden Generationen auch es richtiger zu machen als sie. Man erinnere sich, Umweltschutz gibt es ja auch nicht erst seit FFF, sondern gab es schon in den Siebzigern als sich die Grünen gegründet haben. Viele der damaligen Aktivisten sind heute auch grau und evtl. im Establishment angekommen weil ihnen bewusst wurde wie utopisch die damaligen Ideale waren.

Zweitens, ist es so, dass die heutigen alten Menschen diese junge Generation erst in diese komfortabel arrogante Lage gebracht haben sich so herablassend äußern zu können. Denn sie sind es, die durch das Dringen der vorigen Generation, sie mögen doch bitte unbedingt studieren, nie mit wirklicher Arbeit in Berührung kamen und keine Ahnung haben was es heisst das Bruttosozialprodukt mit eigenen Händen anzuheben. Erst das Verhalten ihrer Eltern und Großeltern haben es einer Luisa Neubauer ermöglicht sich mit Themen wie Klima und Menschenrechten auseinanderzusetzen. In sozialschwächeren Familien in den es ums Überleben geht, stellen sich diese intellektuellen Fragen vermutlich nicht. Es ist also ein verflucht hohes Ross auf dem Luisa Neubauer sitzt. Da kommt es mir extrem shizophren vor diese erhabene Position als eigene Leistung zu verkaufen während sie die Generation die sie dort hochgehieft hat als Weltzerstörer verurteilt.

 

Folglich halte ich es für ein total fatales Zeichen der Konzerne diesen selbsternannten Ikonen hinterherzulaufen und nach dem Mund zu reden. Immerhin sind sie für zig tausende Beschäftigte verantwortlich, deren Wohlstand sie mit ihrer anbiedernden Art an FFF in die Hände einer unerfahrenen Göre legen. Wollen sie sich diese Schuld wirklich aufladen? Sie sollten es wirklich besser wissen. Um für die Zukunft einer große Menge Menschen sinnvolle und nachhaltige Entscheidungen zu treffen bedarf es weitaus mehr als ein bisschen Enthusiasmus und ein paar schlauer ideen. Es braucht Lebenserfahrung. Die hat werder Luisa Neubauer, noch Annalena Baerbock, noch Janine Wissler. Da setze ich mein Vertrauen doch lieber wieder in die grauen Männer. Als End-Vierziger verstehe ich beide Welten. Ich erinnere mich noch sehr gut daran wie ich war als ich jung war. Ich spüre noch das Gefühl von Tatendrang und den schier unbändigen Enthusiasmus den ich hatte. Ich habe auch nicht vergessen, dass ich stets sicher war es besser zu Wissen als meine Eltern und alle "Alten". Ich weiss aber auch noch, dass ich einige Jahre, und eine Tochter später, erkennen musste wie oft ich doch daneben lag und wie mir die Worte meiner Eltern noch in den Ohren klingen und sie mir gesagt hatten, dass ich falsch lag. Ich bin aber auch reflektiert genug zu wissen, dass ich immernoch nicht alles weiss und auch nicht wissen kann. Ich sehe, dass das Beste eine Kombination aus allen Generationen wäre, weil die Lebenserfahrung der Alten, gepaart mit dem Drive der Jungen, im Ergebniss eine Schlauheit mit schier unbegrenzter Kraft wäre. Leider glauben die Jungen Leute heute immernoch schon alles zu wissen und besser zu sein als die Generation davor. Das ist kein neuzeitliches Phänomen, das war schon immer so. Es ist aber nach wie vor kein Grund der Jugend einfach das Steuer zu überlassen. Besonders nicht, wenn ich sehe, dass unsere Kinder in den Schulen vornehmlich mit grüner Prägung indoktriniert werden und ohne jegliche gesetzliche Grundlage auf Umweltschutz und Gendern getrimmt werden ohne dies alles hinterfragen zu dürfen. Es muss immernoch der Gesellschaft die Wahl bleiben wie sie sein will ohne, dass Interessenverbände bereits in die Schulen eindringen und Eltern vor vollendete Tatsachen stellen. Genau DIESE Vorgehensweise ist es warum mir die Grünen zuwider sind.

 

Just heute habe ich die Nachricht gehört, dass ca. 35 Lichtjahre von der Erde entfernt ein Exoplanet entdeckt wurde der zu 30% mit flüssigem Wasser bedeckt ist, also ein erdähnliches Klima inne hat. Dort wäre unter Umständen Leben möglich. Vielleicht sollte ich als erster dort hin auswandern um dort direkt mal eine Currywurstbude zu eröffnen. Dann dürfen alle die keinen Bock auf Tofu haben gerne nachkommen!

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